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Schock: SORA-Studie zeigt auf, dass 35 % der Jugendlichen Suizidgedanken haben!

14.06.2022
von Christian Koblmüller
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Resilienz

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des SORA Institute of Social Research and Consulting im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich sind alarmierend: Bei rund 40 Prozent der Oberösterreicher/-innen hat sich die psychische Gesundheit während der Pandemie verschlechtert. 18 Prozent berichten von Suizidgedanken an zumindest einzelnen Tagen in den letzten Wochen vor der Befragung – bei den jungen Menschen bis 25 Jahre sind es sogar 35 Prozent.
Obwohl es schon vor der Pandemie Versorgungsengpässe für psychisch belastete Menschen gab, fehlt es bis heute an einem breiten, leistbaren Angebot.

Zukunfts­angst und Einsamkeit

Im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich befragte das SORA Institute of Social Research and Consulting im März telefonisch und online 1.212 Oberösterreicher/-innen ab 16 Jahren. Vor allem bei Unter-25-Jährigen in Ausbildung gab es einen massiven Einbruch der psychischen Gesundheit.

Besorgniserregend ist neben der hohen Zahl an Menschen mit Suizidgedanken an zumindest einzelnen Tagen auch der Umstand, dass rund 70 Prozent der Jungen unter Hoffnungslosigkeit, unkontrollierbaren Sorgen und Einsamkeit leiden. Ebenso viele machen sich Sorgen um ihre Zukunft, sie haben Angst, den Anschluss an das Leben nachhaltig verloren zu haben. 54 Prozent berichten von schweren Konflikten zuhause.

Be­dürfnisse nicht beachtet

9 von 10 Jugendlichen sahen ihre Bedürfnisse nicht ausreichend in den Covid-Maßnahmen berücksichtigt. Das ist demokratiepolitisch ein Alarmsignal. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) berichteten von einem Bedarf an Unterstützung im Bereich Arbeit und Bildung, 41 Prozent in Bezug auf ihre psychische Gesundheit. Mit Blick auf die psychische Gesundheit sind dies derzeit rund 29.500 junge Menschen in Oberösterreich, die sehr oder eher großen Bedarf an Unterstützung und Hilfe haben.

Ungefähr 39 Prozent hätten psycho­soziale Hilfe gebraucht, haben sie aber nicht in Anspruch genommen beziehungsweise konnten das nicht – vorrangig wegen fehlender Informationen oder zu hoher Kosten. In Summe können sich insgesamt 72.500 Hilfesuchende in Oberösterreich das vorhandene Angebot an psychosozialer Unterstützung nicht leisten.

Pandemie verschärft Versorgungs­engpass

Schon vor Ausbruch der Pandemie gab es Versorgungsengpässe, die sich in der Covid-Krise durch die stark steigende Anzahl an Betroffenen deutlich verschärft haben. Ein Bericht der Statistik Austria zur „Stationären psychischen Akutversorgung in Österreich“ zeigte schon im Jahr 2019 deutlich, dass der österreichweite Bedarf an Krankenhausbetten in psychiatrischen Abteilungen das tatsächliche Angebot deutlich überstiegen hat. Rund ein Fünftel des Fehlbestands entfiel auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Während der Pandemie gerieten die Krankenhäuser durch die Versorgung der Covid-Patienten/-innen zusätzlich unter Druck. Auch im niedergelassenen Bereich reichte das Kontingent an kassenfinanzierten Therapieplätzen schon vor Ausbruch der Pandemie kaum aus.

Mehr dazu unter:

https://ooe.arbeiterkammer.at/service/presse/Stille_Pandemie-_30.000_Junge_brauchen_Hilfe.html