Definition

Was ist Peer-Learning?

Der Begriff „Peer“ kommt aus dem Englischen und bedeutet gleichaltrig. Peer-Learning ist eine Form des wechselseitigen voneinander Lernens, die den Wert der Interaktion sichtbar macht und sich positiv auf das individuelle Lernen auswirkt. Peer-Learning macht aus dem Einfluss, den die Peers in Lernprozessen haben, ein pädagogisches Konzept.

Dass Gleichaltrige voneinander lernen beginnt schon im Kindergarten und setzt sich die gesamte Schullaufbahn hindurch fort. Insofern richten sich Ausbildungsangebote für Pädagog*innen, die Peer-Learning Prozesse in Gang bringen und aufrecht erhalten wollen, grundsätzlich an Lehrer*innen aller Schultypen.

Zu den Lerninhalten, die sehr variabel sind, gesellt sich eine Vielzahl an sozialen Kompetenzen, die für die gelingende Interaktion innerhalb der Peergroup erforderlich sind. Deren Förderung trägt maßgeblich zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit an den Schulstandorten bei.

Was sind die Merkmale von Peer-Learning?

  • Peer-Learning nutzt bewusst den Rahmen der Peergroup, um die Potenziale einer gegenseitigen Hilfe der Schüler*innen für eine erfolgreiche Gestaltung des Lernprozesses bewusst zu machen und zu unterstützen.
  • Die Peergroup kann abhängig vom Lernziel nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zusammengesetzt werden.
  • Lernende übernehmen eine aktive Rolle in Lernarrangements, in denen es insbesondere darauf ankommt, dass alle für den eigenen und den Lernprozess der anderen Verantwortung übernehmen.
  • In einem lerner*innenzentrierten Klassenzimmer initiieren, strukturieren, begleiten und unterstützen die Lehrenden die Lernprozesse.

Was bringt Peer-Learning?

Diese Frage kann man von verschiedenen Perspektiven aus betrachten: Erstens aus Sicht der Lernenden, zweitens aus Sicht der Lehrenden, drittens aus Sicht der Institution Schule.

Möglicher Nutzen aus Sicht der Schüler*innen:

  • Nutzung der Peergroup als Ressource für das eigene Lernen durch Anerkennung von Unterschiedlichkeiten und Austausch von Erfahrungen,
  • Betonung des Lernens in Beziehung zu anderen Lernenden,
  • Intensivere Auseinandersetzung mit Lerninhalten durch aktive, selbst- und mitbestimmte Gestaltung des Lernprozesses,
  • Weiterentwicklung der Reflexionsfähigkeit,
  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit,
  • Entwicklung von Teamfähigkeit,
  • Anwendung von Verhandlungstechniken,
  • Anwendung von Präsentationstechniken,
  • Förderung des Lerntransfers,
  • Entwicklung eines persönlichen Lernmanagements,
  • Beitrag zum lebenslangen Lernen,
  • Stärkung der psychosozialen Gesundheit durch die Förderung sozialer Kompetenzen.

Möglicher Nutzen aus Sicht der Lehrenden:

  • Förderung der Gemeinschaft unter Schüler*innen zur Verbesserung des Lehr- und Lernklimas.
  • Die Schüler*innen übernehmen größere Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess und entlasten somit die Lehrer*in.
  • Gestärkte soziale Kompetenzen führen zu einem besseren Umgang mit Konflikten innerhalb der Schulgemeinschaft.

Möglicher Nutzen aus Sicht der Institution Schule:

  • Verbesserung der Konfliktkultur,
  • Präventive Maßnahme gegen Mobbing und Gewalt,
  • Förderung der Eigenverantwortlichkeit der Schüler*innen und somit die Ermöglichung kreativer Lösungsansätze,
  • Einsatz innovativer pädagogischer Konzepte als Aushängeschild der Schule im Sinne der Schulentwicklung.

Konkrete Beispiele für die Umsetzung finden Sie in unserer Peer-Learning Plattform, die ständig wächst.